Gefangenschaft des Morgens

 

 

Der Morgen fürchtet schon den Mittag.

Bald wird der Atem blasser.

Und auch der Abend denkt bereits mit Grauen an das nächste Morgengrauen.

 

Die Uhrzeiger kreuzigen unzählig die Zeit.

Die Temperatur klettert die Zellenwände hinauf.

Immerwährender Kreuzzug gegen die Vergänglichkeit.

 

Draußen, die Menschenhorden strömen verzückt und wirtelig zu den Werksirenen.

(Unsere eigentümlichen gleichen doch den altertümlichen Sirenen)

Selbst die ergrauten Straßen raunen.

 

Drinnen, gekränkte Gesunde kränken die Kranken.

Die mündigen Münder münden dabei in den Sorglosigkeiten.

Ich fürchte: Sie munden nichts – wer von beiden?

 

Nirgendwo, die straffen Strafen raunen mit ergrauten Straßen,

wenn profilierte Treter sie grundlos betreten betreten.

Nur Profilneurotiker, die spurenden und spürenden Erotiker jäten den Grund.

 

 

Manchmal fängt dabei der Horizont Feuer.

Mit wässrigen Einsichten wird gelöscht.

Der innere Frieden eingefriedet in den rosig rostigen Aussichten, des Abends.
 

 

© Günter Zabel

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